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Skoltech verliert feste Finanzierung durch staatliche Unternehmen
02.07.2013

Nach Meinung der Experten wird die Streichung von Pflichtbeiträgen zum Stiftungsvermögen nicht zum Zusammenbruch von Skoltech führen.

Präsident Vladimir Putin hat die Anweisung seines Vorgängers Dmitry Medvedev außer Kraft gesetzt, die staatlich geführte Unternehmen zu Zahlungen in das Stiftungsvermögen des Skolkovo Institute of Science and Technology (Skoltech) verpflichtete.
Putins neuer Erlass war ein “nur für den offiziellen Gebrauch bestimmtes” Dokument. Putins Sprecher Dmitry Peskov bestätigte, dass staatliche Unternehmen Skoltech nun auf freiwilliger Basis finanzieren dürfen.
Skoltech wurde im Jahr 2010 von der Skolkovo Foundation und dem Massachusetts Institute of Technology gegründet.
Es war beschlossen worden, dass das Skolkovo Institute von Anfang Januar 2012 an aus seinem Stiftungsvermögen finanziert werden sollte, und es wurde die Anweisung ausgegeben, dass staatliche Unternehmen innerhalb von drei Jahren 1 Prozent ihrer Ausgaben für Innovationen  — zwischen 0,5 und 3 Prozent ihres Reingewinns — in das Skoltech-Stiftungsvermögen einzuzahlen hatten.
Der ursprüngliche Plan war, auf diese Weise bis zu 30 Milliarden Rubel (ca. 1 Milliarde USD) zu sammeln. Die Offiziellen glaubten, dass die staatlichen Unternehmen nach Ablauf der Frist weiterhin Geld in das Projekt investieren würden.
Bis heute beläuft sich das Stiftungsvermögen jedoch nur auf 4 Milliarden Rubel (130 Millionen USD) und im ersten Halbjahr 2013 gingen gar keine Beiträge mehr ein.Die Einwohner von Skolkovo waren nicht überrascht von Putins Entscheidung. Einer der Top-Manager sagte gegenüber RBTH, dass Skoltech bereits einige Monate zuvor informiert worden war.  Er sagte, dass das Stiftungsvermögen den Vorteil habe, auch private Zahlungen zu erhalten, so dass, sollten sich die staatlichen Unternehmen aus der Zusammenarbeit zurückziehen wollen, die Situation zwar weniger angenehm, jedoch noch nicht lebensbedrohlich werde.
Skoltech ist nur eine der vielen Initiativen von Skolkovo und nicht das Herzstück des Innovationszentrums. Die staatliche Finanzierung anderer Programme wird fortgeführt. Bis zum Jahr 2015 reichende Budgets sind bereits genehmigt worden, außerdem liegen Aufträge privater Kunden vor.
Wie die Zeitung Vedomosti berichtet, wurde der Schritt, die Pflichtbeiträge zum Skoltech-Stiftungsvermögen aufzuheben, von den staatlichen Unternehmen initiiert, die sich darüber beklagten, dass sie, trotz ihrer Finanzspritzen, kein Recht hatten, Projekte oder Forschungskommissionen zu managen oder auch nur ihre Fachleute in Skoltech ausbilden zu lassen. Ein Top-Manager eines staatlichen Unternehmens stellte fest: “Das ist der Grund, weshalb wir beschlossen haben, Innovation unabhängig zu fördern. Zahlungen an Skoltech hatten eher den Beigeschmack einer Abgabe, weniger den einer Investition.
”Pavel Kudyukin, wissenschaftlicher Assistent in der Abteilung für Staatliche und Kommunale Verwaltung der Hochschule für Wirtschaft begrüßt die Entscheidung, die Skoltech-Forschung auf private Finanzierung umzustellen. Es müsse jedoch klar sein, wie das Verfahren ablaufen solle, glaubt er. Es ist möglich, dass es kein offizielles Schriftstück geben wird, das staatliche Unternehmen zur Zahlung verpflichtet. Trotzdem können sie inoffiziell “gezwungen” werden, Beiträge zu leisten. Zahlungen können auch aufgrund einer “dringenden Empfehlung” freiwillig geleistet werden.
In diesem Fall wäre die Aufhebung der Pflichtbeiträge ein formaler Schritt und die Einzahlungen würden fortgesetzt — obwohl es schwieriger würde, die Geldflüsse zu kontrollieren.
Kudyukin glaubt, dass der negative Einfluss auf das Projekt erst in ca. einem Jahr spürbar sein wird, wenn die Kapitaleinnahmen in den beiden Zeiträumen — vor und nach der außer Kraft Setzung des Dokuments — verglichen werden können.
Karen Kazaryan, Chef-Analyst bei der Russian Association for Electronic Communications (RAEC), glaubt, dass der Staat Skolkovo nicht sämtliche Unterstützung versagen wird.
“Kurzfristig wird der Bundeshaushalt einspringen, um den Verlust auszugleichen. In Zukunft wird Skolkovo allerdings nicht ohne Stiftungsvermögen auskommen, wenn es unabhängige Projekte verfolgen will, so wie auch die führenden Forschungszentren in den USA und Großbritannien wirtschaften,” sagte  Kazaryan.
“Das Kapital muss jedoch von Sponsoren gebildet werden, die wirklich an den Projekten interessiert sind, um die Kontrolle der Ausgaben zu gewährleisten und den Wettbewerb zu fördern.
”Alexander Moskalenko, Präsident der GCE Group, erklärt, dass der Staat ohnehin weiter in Forschung und Entwicklung investieren muss, um das hohe Innovationsniveau in Russland zu erhalten, das nur durch eine Kombination aus angewandter Wissenschaft und Grundlagenforschung erreicht werden kann.
“Es gibt Grundlagenforschung, es gibt die angewandte Wissenschaft und es gibt den R&D-Bereich, dessen Ziel die Entwicklung brauchbarer Modelle ist. Grundlagenforschung dient dazu, die menschliche Neugier zu befriedigen, da deren Ergebnisse, zumindest heute, keine Bedeutung für die direkte Anwendung haben,” sagte Moskalenko.
“Das Ziel der angewandten Wissenschaft ist es, die Grundlagenforschung der praktischen Anwendung näher zu bringen. Sie erzeugt eher Ideen als funktionierende Verfahren. So wurde z. B. das Graphen von der angewandten Wissenschaft erzeugt, um es jedoch in der Produktion verwenden zu können, benötigen wir zusätzliche Forschung, weil das Material noch nicht verwendbar ist,” sagte der Präsident der GCE Group.
Nach Meinung des Experten investieren russische Unternehmen in Forschung und Entwicklung, um Gewinn zu erzielen — aber auf diese Weise kann man keine neuen marktfähigen Produkte erzielen.
“Sie können investieren, so viel Sie wollen, aber es wird keinen Durchbruch geben, solange Ihre Studien auf alten Erkenntnissen basieren. Wenn niemand die Relativitätstheorie kennt, wird niemand die Atombombe entwickeln. Trotzdem investieren Unternehmen nicht in Grundlagenforschung. Kommerzielle Organisationen werden aufgebaut, um Gewinn zu erzielen, und sie wollen mit ihren Investitionen Erträge erzielen. Sie wollen ein neues Produkt oder zumindest eine neue Technologie sehen,” sagte Moskalenko.
“Wir forschen, um die Aufträge unserer Kunden zu erfüllen, und jeder möchte ein spezielles Ergebnis: ein gebrauchsfertiges System, Produkt oder Werkzeug. Wenn wir Forschung unabhängig finanzieren, haben wir immer noch Pläne, wie wir die Ergebnisse vermarkten können,” so Moskalenko.
Forscher geben eher Geld aus, als dass sie es verdienen, aber es ist diese Art von Investitionen, die neue Technologien fördert. Trotzdem wird sich kein Geschäftsmann, der ein neues Produkt vermarkten will, zur Finanzierung einer solchen Forschung bereit erklären. Die russische Akademie der Wissenschaften, die ausschließlich staatlich finanziert wird, ist dafür ein gutes Beispiel.
“Bei Skoltech haben wir den Versuch gesehen, staatliche Unternehmen zur Zahlung zu verpflichten, obwohl jede kommerzielle Organisation in etwas investieren sollte, von dem sie etwas hat. Langfristige Investitionen in „irgendein Projekt“ oder „sicherheitshalber“ sind nichts für Unternehmen, die Erträge erzielen müssen. Der Fall Skoltech zeigt die Unbeholfenheit großer Unternehmen, die sich Gelderpressungskampagnen ergeben und zahlen, um Ärger aus dem Weg zu gehen,” sagte der Präsident der GCE Group.
“Gleichzeitig sind Skoltech und andere Institutionen für Grundlagenforschung und angewandte Wissenschaft notwendig. Der Science-Fiction-Schriftsteller Robert Heinlein schrieb über die Long Range Foundation. Und der gesamte Bereich der Grundlagenforschung ist unsere Long Range Foundation, weil die Praxis früher oder später der Theorie dankbar sein wird,” sagte Moskalenko.
“Trotzdem sollte diese Stiftung durch den Staat aus zusätzlichen Rücklagen oder zielgerichtete Budgets finanziert werden.”

Quelle: Russia beyond the Headlines
 
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