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„Die Stromnetze in Russland sind so veraltet, dass bei starkem Regen, Schneefall oder Sturm Tausenden von Menschen ein Stromausfall droht,“ sagt der Prasident der GCE Group, Alexander Moskalenko

11.01.2012

Der Tod eines Kindes in einem Abwasserkanal in der russischen Stadt Brjansk war, nach Meinung der Experten, die unausweichliche Folge der baufälligen und maroden kommunalen Netze in den russischen Städten. Die Zahl solcher Unglucksfälle wird zunehmen, warnen Fachleute.

Am 8. Januar brach in Brjansk unter den Füßen einer Frau, die dort mit dem Kinderwagen unterwegs war, der Burgersteig ein, unter dem sich der Hauptsammler der Kanalisation befand. Die junge Mutter konnte sich retten, aber das eineinhalbjahrige Kind wurde aus dem Wagen geschleudert und von der unterirdischen Strömung davon gerissen.

Leider kann sich eine solche Tragodie wiederholen. Analytiker stellen fest, dass der alarmierende Zustand der städtischen Infrastruktur ein allgemeinrussisches Problem ist. Nach ihren Schätzungen beträgt der Abnutzungsgrad der städtischen Ver- und Entsorgungsnetze im gesamten Land durchschnittlich 60%.  

Nicht besser sieht es mit der kommunalen Infrastruktur in den Wohnhäusern aus. In der Mehrzahl der Häuser wurden die Rohre und elektrischen Leitungen seit einem halben Jahrhundert nicht mehr ausgetauscht.

Das schwächste Glied

Die größten Schwachstellen in der Infrastruktur der Städte und Wohnhauser sind die Wasser- und Stromversorgung - so die Fachleute. „Die Stromnetze in Russland sind so veraltet, dass bei starkem Regen, Schneefall oder Sturm Tausenden von Menschen ein Stromausfall droht“, sagt der Präsident der GCE Group, Alexander Moskalenko.

Nach seinen Worten wird zur Zeit in die Erneuerung der großen Heizkraftwerke investiert, fur die Versorgungswirtschaft bleibt da nichts übrig. „Ernsthafte Investitionen gibt es da nicht. Die elektrischen Leitungsnetze veralten. Zum Beispiel ist konkret die Leitung, die in unser Haus führt, schon seit Jahrzehnten nicht mehr erneuert worden“, sagte er im Gespräch mit der internationalen Nachrichtenagentur Nowosti.
„Auch die Leitungen in den Wohnhäusern werden nicht rechtzeitig erneuert“, ergänzt das Mitglied des Koordinationsrats der Moskauer Organisation „Schilischtschnaja Solidarnost“ Viktor Fedoruk. Nach seinen Worten besteht das Problem darin, dass die Leitungen in den meisten Wohnhäusern unter Putz verlegt sind. Um diese zu erneuern, wird eine neue Leitung am Ende der alten befestigt und die alte Leitung herausgezogen. Die neue Leitung ersetzt dann die alte.

Dieses Verfahren funktioniert allerdings nur, wenn die Leitung rechtzeitig ausgetauscht wird, da die Aluminiumleitungen mit der Zeit brüchig zu werden beginnen. „Um sie zu ersetzen, müssen die Wände aufgestemmt werden“, erklärt er. In der Mehrzahl der russischen Häuser wurden die Leitungen seit der Erbauung nicht mehr erneuert. Und um sie jetzt zu ersetzen, sind erhebliche Bauarbeiten erforderlich. „Aber darüber spricht niemand, viele trauen sich nicht einmal, das Problem überhaupt anzusprechen. Es werden nur die Schalter ausgewechselt, aber die Leitungen werden nicht erneuert“, erklärte der Fachmann gegenüber Nowosti.

„Es ist einfacher, einen Sarg zu bezahlen“

Die fällige Finanzierung fehlt, nach den Worten der Experten, auch bei der Wasserversorgung.
„Bei uns in Petersburg ist das Wasser mit Sauerstoff gesättigt. Das bedeutet, dass es aggressiver ist. Und außerdem ist es auch noch heiß. Können Sie sich vorstellen, wie schnell da die Prozesse ablaufen? Das heißt, dass ein Rohr alle zehn, spätestens alle 15 Jahre ausgetauscht werden muss. Ich habe einmal in einem Haus gewohnt, das neu gebaut worden war und in dem ich genau nach zehn Jahren in einer Leitung einen Riss hatte, aus dem das Wasser tropfte. Und so ist es in der ganzen Stadt. Aber alle 10-15 Jahre tauscht bei uns niemand Leitungen aus“, sagt Alexander Moskalenko.

Viktor Fedoruk weist darauf hin, dass gemäß den behordlichen Bauvorschriften Rohrleitungen in Häusern mindestens alle 25 Jahre ausgewechselt werden mussen, aber in der Realitat passiert das nicht. „Mein Haus ist schon 35 Jahre alt, aber die Rohre, die schon vor 10 Jahren hatten ersetzt werden müssen, hat noch niemand erneuert. Wir warten einfach, bis sie durchrosten“, stellt er fest.

Nach den Worten des Fachmanns arbeiten die kommunalen Monteure in Russland zum grßen Teil als Pannenhelfer: Sie beginnen mit der Reparatur der Ver- und Entsorgungsleitungen erst dann, wenn schon irgendwo ein Defekt aufgetreten ist. Wobei in der Regel auch in diesem Fall nur der defekte Teilbereich repariert wird. Viktor Fedoruk erinnert daran, dass es zur Zeit der Sowjetunion die sogenannte „geplante vorbeugende Reparatur“ von Leitungen in Wohnhausern gab. Heute gibt es die nicht mehr.

„Fur die Beamten ist es einfacher, einen Sarg zu bezahlen, wenn ein Haus einstürzt und jemand verschuttet wird, als Gelder fur die Reparatur locker zu machen“, sagt Fedoruk.

Positive Veranderungen erwarten die Experten in naher Zukunft nicht. „Im kommenden Jahr erwarte ich keine großartigen Veränderungen oder Verjungungskuren der Systeme. Sie und ich werden weiterhin in der Zeitung von Löchern in Heißwasserleitungen lesen, in die Menschen fallen“, vermutet Alexander Moskalenko.

Was tun?

Auf die Situation der städtischen Infrastruktur haben die Bürger Russlands keinen Einfluss, da die Gelder von den Behörden auf Bundes- und lokaler Ebene verteilt werden und deren Tätigkeit seitens der Bevolkerung praktisch nicht kontrolliert werden kann. „Noch schlimmer ist die Lage in den Subventionsgebieten, zu denen auch das Gebiet Brjansk gehört“, sagt Galina Chovanskaja, Mitglied des Komitees fur Bau und Grundstücksangelegenheiten der Staatlichen Duma. Nach ihrer Meinung besteht das Hauptproblem in der falschen Verteilung der Haushaltsmittel.

„Die Regierung von Russland muss daruber nachdenken, wie die Einkünfte auf die unterschiedlichen Verwaltungsebenen neu verteilt werden konnen. Heutzutage hören wir in der Stadtverwaltung von Brjansk nur, dass sie kein Geld hat. Auf die unteren Verwaltungsebenen werden mehr und mehr Zuständigkeiten verlagert, die finanziell nicht abgesichert sind“, erklärte sie im Gesprach mit der Nachrichtenagentur Nowosti.

Allerdings entlässt Chovanskaja auch die örtlichen Behörden nicht aus der Verantwortung. „Wenn uns heute gesagt wird, dass sie Anträge gestellt haben, aber keine Finanzierung erhalten haben, dann liegt ihr Fehler darin, dass sie ihre Förderung vielleicht nicht aktiv genug vertreten haben. Sie hätten sich an die Staatsanwaltschaft wenden müssen“, erklärt sie.

Aber wenn die russischen Bürger auch keinen Einfluss auf die Situation in der Stadt haben, so hängt der Zustand der Infrastruktur in den Wohnhäusern doch in weiten Teilen auch von deren Bewohnern ab.  Hier haben es die Wohnungseigentümer am leichtesten, da alles, was mit der Sanierung des Hauses zusammen hängt, wozu auch die Erneuerung von Röhren und elektrischen Leitungen gehört, in ihre Verantwortung fällt. Die Entscheidung über eine Reparatur und die Auswahl des Lieferanten erfolgt durch die Eigentumerversammlung, und alle Arbeiten werden unmittelbar aus ihrer Tasche finanziert. Aber bekanntlich hat der, der zahlt, auch das Sagen.

Die Bewohner von Sozialwohnungen konnen ebenfalls auf die Renovierung und Sanierung der Häuser Einfluss nehmen, allerdings ist es für sie schwerer als für die Eigentümer. Da der Wohnungseigentümer in diesem Falle der Staat ist, müssen die Bewohner sich an die Stadtverwaltung wenden, und die städtischen Behörden müssen die entsprechenden Maßnahmen ergreifen und die zuständige Firma kontaktieren.

Je aktiver sich die russischen Bürger an der Verwaltung ihrer Häuser beteiligen, desto schneller wird sich die kommunale Infrastruktur im Wohnbereich verbessern. „Wenn wir damit anfangen zu fördern, dass wir hochwertige Leistungen bekommen, können wir das letztendlich auch erreichen“, resümiert Alexander Moskalenko.

Quelle: ria.ru

 
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