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Das XI. Internationale Forum für industrielle Sicherheit zieht Bilanz
01.06.2013

Vom 28. bis 29. Mai fand die Konferenz im Rahmen des XI. Internationalen Forums für industrielle Sicherheit (durchgeführt von der Firmengruppe GCE Group) in Sankt Petersburg statt. Vertreter von Aufsichtsbehörden, Regierungsorganisationen und Unternehmen aus 15 Ländern diskutierten aktuelle Fragestellungen der industriellen Sicherheit.

Der Leiter der Abteilung für Lizenzvergabe und Führung des staatlichen Registers gefährlicher Industrieobjekte (OPO) des Amts Nord-West der staatlichen russischen Aufsichtsbehörde Rostechnadzor Leonid Djoschin sprach in seinem Vortrag Probleme an, die nach der Änderung des Bundesgesetzes Nr. 116 und einer Reihe anderer Dokumente am 4. März 2013 entstanden sind. Wie sich herausstellte, befinden sich nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Fachleute jetzt in Schwierigkeiten. Die staatlichen Inspektoren von Rostechnadzor trafen bei der Organisation der regelmäßigen Unternehmensprüfung auf Probleme, da einige gefährliche Produktionsobjekte nach dem in Kraft Treten der Gesetzesänderungen den Status "gefährlich" verloren hatten, jedoch nicht aus der Liste der zu prüfenden Objekte gestrichen wurden. Die Frage befindet sich auf Regierungsebene in Klärung, zurzeit muss Rostechnadzor jedoch unter den bestehenden widersprüchlichen Bedingungen arbeiten.

Außerdem wurde bekannt, dass die Regierung von Russland beschlossen hat, Rostechnadzor ab dem 13. Mai 2013 mit Kontrollfunktionen im Bereich der Erfüllung der technischen Vorschrift der Zollunion "Über die Sicherheit von Maschinen und Ausrüstung" zu betrauen. Dabei möchten wir daran erinnern, dass das Dokument erst am 15. Februar in Kraft trat.

Der wissenschaftliche Direktor der Firmengruppe GCE Group, Aleksej Issakow, sprach über den Inhalt des zur Zeit in der staatlichen Duma verhandelten Projekts wiederholter Änderungen des Gesetzes über die industrielle Sicherheit. Das Projekt sieht die Definition des Status eines Experten für industrielle Sicherheit und eine strafrechtliche Haftung bei der Erstellung vorsätzlich falscher Gutachten über die industrielle Sicherheit vor. 

Nach Einschätzung von A. Issakow bleibt das Bundesgesetz Nr. 116 "Über die industrielle Sicherheit gefährlicher Produktionsobjekte" selbst unter Berücksichtigung der vorgenommenen und vorgesehenen Änderungen überarbeitungsbedürftig. So bleibt die staatliche Regulierung der Sicherheit von Industrieobjekten nach wie vor die einzige Form der Kontrolle dieses Bereichs, obwohl bereits seit mehr als zehn Jahren über die Möglichkeit und Notwendigkeit der Schaffung einer selbstregulierenden Organisation diskutiert wird. 

Die Gesetzgeber sind außerdem nicht bereit, einen Begriff wie "akzeptables Risiko" zu verwenden. Nach Meinung von A. Issakow ist dies sehr wahrscheinlich eine politische Entscheidung, weil es gleichbedeutend mit der Erklärung der Zulässigkeit des Todes einer N-ten Anzahl von Personen im Falle einer technisch bedingten Katastrophe wäre. Als Kompromiss wurde der Begriff  der "Sicherheitsbegründung" eingeführt, der auf der Risikoberwertung basiert. Trotzdem ist nicht geklärt, wie das Ergebnis einer quantitativen Risikobewertung zu bewerten sein wird.  

Über die Ergebnisse der Arbeiten an der Weiterentwicklung des Gesetzes zur industriellen Sicherheit in ihren Ländern berichteten die führenden Mitarbeiter der Aufsichtsbehörden von Weißrussland, Armenien, Moldawien und Kirgisistan. Die Teilnehmer der Europäischen UN-Wirtschaftskommission Nikolaj Sawow und Sandra Ashcroft berichteten über Erfahrungen im Bereich der Vorbeugung von Katastrophen und der Geltung der Konvention über die grenzüberschreitende Wirkung von Industrieunfällen.

Der Direktor des Aserbaidschanischen Instituts für Katastrophenschutz, Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik Rushti Sawar ogly Safarow informierte die Konferenzteilnehmer über die Möglichkeit und Verfahren zur Senkung der Wahrscheinlichkeit eines technisch bedingten Unfalls in der Planungs- und Umbauphase gefährlicher Industrieobjekte. Nach der Statistik der GCE Group wurden im Jahr 2012 in Russland nur ungefähr 2% der Einstürze durch Fehler in der Planungsphase ausgelöst, diese Zahl schwankt jedoch von Jahr zu Jahr, was die Meinung von Herrn Safarow, dass die Fortsetzung der Arbeit in Richtung auf eine Verringerung der Risiken bei der Projektierung notwendig sei, bekräftigt.

Zum ersten Mal wurden in Russland detaillierte Informationen über die größte technisch bedingte Katastrophe in der Geschichte der Menschheit bekannt gegeben, als nach Freisetzung von Methylisocyanat in der Chemiefabrik der indischen Stadt Bhopal ungefähr 20000 Menschen ums Leben kamen. Den Vortrag hielt der Direktor des indischen Instituts für Erdöl beim Rat für wissenschaftliche und industrielle Forschung Madhukar Garg.  Der Vergleich der Sicherheitssysteme zweier Unternehmen desselben Konzerns, UCC, in Indien und den USA zeigte, dass in der Chemiefabrik von Bhopal das Sicherheitsniveau verbrecherisch niedrig war. Dr. Garg fand als Ursache der Katastrophe eine Kombination aus menschlichem und technischem Versagen heraus.Der Themenblock technisch bedingte Katastrophen der letzten Jahren schloss mit dem Vortrag über den Brand in der Erdölraffinerie der Firma Chevron 2012 in den USA, dem Feuer auf dem Fernsehturm Ostankino, der Havarie der schwimmenden Bohrplattform "Kolskaja" (Russland) und dem Tankerunglück an der Loreley (Deutschland).

Wir möchten daran erinnern, dass am 7. August 2012 in einer der größten Erdölraffinerien der USA in Richmond (Kalifornien) ein großes Feuer ausbrach, bei dem ein Mitarbeiter des Werks verletzt und die Einwohner der Stadt in großer Zahl vergiftet wurden. Die Untersuchungsergebnisse waren in Russland zuvor nicht veröffentlicht worden.

Die am Forum beteiligten russischen Spezialisten stellten fest, dass das Unglück bei Chevron durch einen Verstoß gegen die Grundregeln der industriellen Sicherheit geschehen war: offensichtliche Korrosionsvorgänge von Metallelementen waren nicht bemerkt worden. "Wie konnte so etwas geschehen? Herzlich Willkommen in den USA!" Dies war die Antwort des Vorsitzenden für Arbeitsschutz und Sicherheit der American Chemical Society Neal Langerman, der den Vorfall analysiert hatte. Nach Meinung des Chemikers sind die Herangehensweisen an die industrielle Sicherheit in den USA und Russland sehr verschieden. Wenn in Russland Gesetze den Charakter von Vorschriften haben, deren Forderungen zudem sehr streng und detailliert sind, so sind Gesetze in den USA gegenüber den Unternehmen wesentlich flexibler. Nach der Katastrophe in der Bay of Mexico erklärte der US-Präsident Barack Obama, dass es notwendig sei, die Tätigkeit erdölverarbeitender Industriebetriebe strenger zu kontrollieren. Allerdings ist die Effizienz der getroffenen Maßnahmen bisher fraglich.

In seinem Vortrag über eine andere Katastrophe - die Havarie der Bohrplattform "Kolskaja" im Ochotskischen Meer am 18. Dezember 2011 - berichtete der leitende technische Inspektor für Arbeit der Gewerkschaft der Arbeiter in der Erdöl- und Erdgasindustrie und im Bauwesen, Aleksandr Wolkow, über die Ergebnisse seiner eigenen Untersuchungen. "Wir können nicht retten", fasste der Gewerkschaftsfunktionär die Mitteilung über das Komplettversagen (u. a. über den Verstoß der Plattformeigentümer gegen die Sicherheitsregeln und das unkoordinierten Agieren des Mannschaften des Schleppers und des Ministeriums für Katastrophenschutz) zusammen, das zum Tode von 53 Menschen führte. Nach Meinung von A. Wolkow muss, wenn russische Unternehmen das Schelf erreichen, nicht nur die Gesetzgebung dahingehend geändert werden, dass außergewöhnliche Bedingungen der Ressourcengewinnung berücksichtigt werden, sondern auch die Kontrolle der Aktivitäten der Unternehmen, die eine Lizenz für die Arbeit am Schelf besitzen, verstärkt werden.

Im Verlauf des Vortrags des Leiters der Abteilung für wissenschaftliche Analysen des Zentrums "Antistichija" des Ministeriums für Katastrophenschutz, Igor Kulakov, wurde die Frage der Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Katastrophenschutz vom 2. Mai 2012 "Über die Prüfung der Deklaration der industriellen Sicherheit von gefährlichen Industrieobjekten" erhoben. Gemäß der Vorschrift übernimmt das Ministerium für Katastrophenschutz die Funktion der Prüfung der Gutachten für industrielle Sicherheit. Eine ähnliche Funktion übt auch Rostechnadzor weiterhin aus. Seit dem in Kraft Treten der Regelung stellt der Expertenverband fest, dass das Genehmigungsverfahren von Gutachten komplizierter geworden ist. Nach den Worten von A. Issakow hat das Dokument unüberwindliche administrative Barrieren geschaffen, aufgrund derer die Experten für industrielle Sicherheit gefährlicher Industrieobjekte ein halbes Jahr auf dem Weg von Instanz zu Instanz verbringen können. I. Kulakov unterstützte eine Initiative zur Verringerung des Verwaltungsdrucks auf den Expertenverband. Nach seinen Worten ist zur Lösung des Problems die gemeinsame und unmittelbare Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Zivilschutz und Katastrophenschutz erforderlich, wobei das Forum für industrielle Sicherheit die ideale Diskussionsplattform werden könnte.

Eine umfassende Analyse der Zwischenfälle an Wasserkraftanlagen führte der Leiter der Abteilung für die Aufsicht von Wasserkraftwerken und Wasserkraftanlagen des Rostechnadzor von Russland, Vladimir Pimenov, durch. Im Jahr 2012 protokollierte die Aufsichtsbehörde 8 Störfälle im Bereich der Wasserkraft, wovon der schlimmste in Krimsk geschah. 

Wie V. Pimenov berichtete, kann nicht bestätigt werden, dass die Wasserkraftanlage die Tragödie auslöste, die weithin bekannt wurde und eine große Zahl von Opfern forderte. Aufgrund einer Verstopfung im flussaufwärts gelegenen Teil des Flusses Adagum kam es zu einer sogenannten Unfallkaskade. Die Wasserkraftanlage war nicht auf die entstehende Welle ausgelegt, die das Wasser mit einer Geschwindigkeit von 1500 m³ in der Sekunde transportierte. Der Hauptgrund für die tragischen Folgen war eine organisatorische Fehleinschätzung. 

Nach den Informationen von V. Pimenov werden zur Zeit Änderungen des Bundesgesetzes Nr. 227 "Über die Sicherheit von Wasserkraftanlagen" vorbereitet, die herrenlose Wasserkraftanlagen bekämpfen sollen, die je nach Alterungszustand eine große Gefahr für die Sicherheit der Bevölkerung ganzer Regionen darstellen können. Ebenso ist geplant, der lokalen Selbstverwaltung die Verantwortung für die Sicherheit der Bewohner und die operative Benachrichtigung der Menschen im Katastrophenfall zu übertragen.

Über weltweite Erfahrungen im Bereich der Gewährleistung der Sicherheit und des effizienten Funktionierens von Produktionsanlagen berichteten am letzten Tag der Konferenz:  Neal Lagerman (American Chemist Society) mit einem Vortrag über die Untersuchungsergebnisse der Explosion von Ammoniumnitrat in einer Fabrik in Texas, Gumer Mursachanov (OAO "Mosgas") mit einer Analyse der Gründe für den Unfall an der Moskauer Gaspipeline im Oktober 2012 und Sergej Abdulchairov (OAO "Elektritscheskije Stanzii", Kirgisistan) mit einer Auswertung der Gründe für das Unfallrisiko der Anlagen im ihm anvertrauten Unternehmen.Den Abschluss der Konferenz bildetet eine Reihe von Vorträgen der Fachleute für industrielle Sicherheit der Firmengruppe GCE Group zum Thema Verringerung der Unfallwahrscheinlichkeit.

Die führende Expertin der Abteilung für Risikoanalyse der GCE Group Natalja Aleksejevna berichtete unter Bezugnahme auf ihre Arbeitserfahrung in russischen Industriebetrieben, wie das Unfallrisiko von Objekten bereits in der Planungs- oder Umbauphase minimiert werden kann. Der Leiter der Abteilung Wissenschaft und Forschung der GCE Group, Ilja Petuchov, legte seine Steuerungsstrategie für einen sicheren Betrieb gefährlicher Industrieobjekte unter Zuhilfenahme von Hochtechnologie dar.

Befragt nach dem XI Internationalen Forum für industrielle Sicherheit stellte der Präsident der Firmengruppe GCE Group, Aleksandr Moskalenko fest, dass die Veranstaltung sehr schnell wächst und in diesem Jahr erstmalig Delegationen aus Indien, Estland, Bulgarien und Kirgisien begrüßen konnte. "Bereits jetzt ist klar, dass eins der wichtigen Themen des nächsten Forums das Problem des Gefahrguttransports sein wird", sagte A. Moskalenko. "Es war eine Reihe von Vorträgen zu diesem Thema zu hören, Kollegen aus Weißrussland und Deutschland haben sich damit befasst. In Zukunft wird dem Gefahrguttransport ein eigener Bereich gewidmet, da das Problem nicht an Aktualität verliert. In den Jahren 2012 - 2013 passierten in Russland und der Welt einige Katastrophen, an denen mit Chemikalien beladene Eisenbahntransportbehälter beteiligt waren. Meist ist der mangelhafte Zustand der Waggons der Grund. Übrigens hat der zweite Tag der Konferenz bei uns genau mit einer Meldung über das wiederholte Entgleisen von Waggons begonnen, diesmal in den USA, im Staat Maryland. Das Problem ist reif - Zeit, dass es gelöst wird."
 
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